14.11.2009, Samstag ab 11 Uhr, – Information und Flugblattverteilaktion im Stadtviertel …

Sehr geehrte Essener Bürger,

Anwohner der Innenstadt,

Besucher unserer schönen Stadt

Flugblatt 14.Nov 2009 BgO (2 Seiten)

14.Nov 2009 BgO Flugi

Seit April 2009 existiert mitten in der Essener Fußgängerzone (Viehofer Straße 20) das Geschäft „Oseberg“, welches ausschließlich Kleidung der Firma „Thor Steinar“ verkauft. Von Neonazis gegründet ist diese Marke ein Erkennungszeichen in der rechtsextremen Szene geworden. So wird das Essener Geschäft zum Anlauf- und Treffpunkt für die faschistische Szene.

Das können und werden wir nicht hinnehmen!

Essen war und ist eine international ausgerichtete Stadt. Darauf sind wir stolz. 2010 repräsentieren wir sogar das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas. Diesen Schandfleck dürfen wir in unserer Stadt nicht dulden! Wir erwarten auch von der Stadtspitze, dass sie unsere Sorgen ernst nimmt, sich eindeutig gegen Oseberg positioniert anstatt unsere Aufklärungsarbeit zu sabotieren.

„….nur ein Kleidungsgeschäft?“

Schaut man sich uninformiert die Kollektionen in „Oseberg“ an, mag man übertrieben finden, was wir hier schreiben. Doch genau das ist die Methode von Thor Steinar! Als eine der ersten Marken trug sie massiv dazu bei, das Bild vom klar erkennbaren Faschisten mit Glatze und Springerstiefeln zu ersetzen durch den „modebewussten Nationalisten“. Die Kollektionen sind benannt nach Namen und Begriffen, die wieder „alltagstauglich“ gemachen werden sollen: Sie stammen aus dem 2. Weltkrieg mit seinen faschistischen Einheiten und der nordisch-völkische Mythologie der Hitlerfaschisten sowie aus dem Kolonialismus. Old shit – new style.

Keine Verharmlosung,

keine „Normalisierung!“

Nicht alle Neonazis haben zur teuren Mode gewechselt. Die aggressiven Schlägertrupps der „Autonomen Nationalisten“ zum Beispiel passen sich äußerlich der linken Szene an und treiben mit der Verwendung linker Symbole ihre Demagogie auf die Spitze. Damit ändert sich natürlich nicht ihr aggressiver Terror, der sich immer öfter gegen linke und fortschrittliche Menschen richtet! Wir erinnern zum Beispiel an den Überfall auf die 1.-Mai-Veranstaltung des DGB in Dortmund oder die Morddrohungen und den Terror gegen den in Bocholt lebenden verdi-Gewerkschaftssekretär Rainer Sauer. Ihre Verkleidung beweist auch, dass sie nicht frühzeitig erkannt werden wollen und den offenen Protest fürchten.

Wer aus der Geschichte gelernt hat, muss sich klar positionieren: Wehret den Anfängen – keinen Fußbreit den Faschisten!

Entgegen aller Falschmeldungen: „Oseberg“ hat nach wie vor auf.

Inzwischen gehört Thor Steinar einem arabischen Investor. Dies ist aber kein Grund, in der Kritik an Thor Steinar nachzulassen. Im Gegenteil, man will anscheinend weltweit expandieren. Wir wehren uns dagegen, dass wieder einmal mit Faschismus gute Geschäfte gemacht werden!

Wir verlagen von den politisch Verantwortlichen ein deutliches Zeichen gegen alte und neue faschistische Bestrebungen. Nur durch unseren gemeisamen öffentlichen und politischen Druck wird der Oseberg-Laden sein Geschäft nicht mehr forführen können.

Helfen Sie mit! Oseberg schließen!

… (Fortsetzung folgt)