Archiv für April 2009

Demonstration am 06.06.

Am 6. Juni wird das Bündnis gegen Oseberg eine Demonstration gegen das rechte Bekleidungsgeschäft auf der Viehofer Straße durchführen. Weitere Informationen folgen in Kürze.

WDR5 berichtet über „Oseberg“

Der Radiosender WDR5 hat in der Sendung Westblick einen kurzen Beitrag zur Situation rund um „Oseberg“ ausgestrahlt. Einen Mitschnitt der Sendung kann man sich auf der Internetpräsenz des Senders anhören, die Datei liegt im .mp3-Format vor.

Zweite Demo gegen Oseberg

Erneut demonstrierten am heutigen Samstag in der Essener Innenstadt ca. 200 DemonstrantInnen gegen den rechten Bekleidungsladen „Oseberg“. Mit zahlreichen, lautstarken Parolen, die von der Demonstration ausgingen, wurden die PassantInnen auf das Thema aufmerksam gemacht und den wenigen, in sicherer Entfernung stehenden Neonazis gezeigt, was man von ihrem Laden hält. In einem Redebeitrag bei einer Zwischenkundgebung in Sichtweite „Osebergs“ betonte ein Sprecher der SDAJ, dass das Wegschauen und Ignorieren des Problems völlig unangemessen sei. Auch eine Sprecherin der BezirksschülerInnenvertretung Essen, deren Mitglieder kürzlich selbst Opfer eines brutalen Angriffs rechter Schläger wurden, rief dazu auf, sich der Realität zu stellen und die Eröffnung des Ladens nicht konsequenzlos hinzunehmen. Allerdings lässt die in den letzten Nächten von unbekannten AntifaschistInnen farblich neugestaltete Fassade von „Oseberg“ den Schluss zu, dass genau dieser Kultur des Wegschauens mittlerweile von Vielen entgegengetreten wird.

Polizeiübergriffe auf der Demonstration
Überraschend unkooperativ und gegen Ende sogar extrem brutal zeigte sich bei der heutigen Demonstration die Essener Polizei. So wurde es von vornherein (und dies offenbar mit System, da es bei der letzten Demonstration ebenso war) verboten, auf der Kettwiger Straße und vor „Oseberg“ zu demonstrieren. Über den ganzen Zeitraum der Demonstration gab es zudem einen Kameramann der Polizei, der die TeilnehmerInnen filmte – eine Maßnahme, die gesetzlich eigentlich nur vor unmittelbar zu erwartenden Straftaten und nicht als Vorbeugungsmaßnahme bei einer friedlichen Demonstration erlaubt ist. Mindestens ebenso unverständlich erscheint die Tatsache, dass während der gesamten Demonstration durch die Polizei Hunde mitgeführt wurden, die durch ihr aggressives Verhalten die TeilnehmerInnen offensichtlich einschüchtern sollten.
Kurz vor dem Schluss der Demonstration versuchten einige TeilnehmerInnen, die verständlicherweise frustriert über die durch das Polizei-Konzept eingeschränkte Öffentlichkeitswirksamkeit waren, ein kleines Stück der Kettwiger Straße zum geplanten Abschlusskundgebungsort auf dem Willy-Brandt-Platz zu nehmen. Die Polizei reagierte daraufhin unerwartet mit einem brutalen Knüppeleinsatz, bei dem mehrere DemonstrationsteilnehmerInnen sowie eine ältere Passantin verletzt wurden. Mehrere DemonstrantInnen wurden verhaftet.
Dieses Verhalten der Polizei ist völlig unverhältnismäßig und inakzeptabel. Wir als GegnerInnen des „Oseberg“ und jeglicher Neonaziaktivitäten werden uns von diesen Provokationen und der Brutalität der Polizei jedoch nicht einschüchtern lassen!

In eigener Sache:
Während der Demonstration wurde ein VW-Schlüssel gefunden, der offensichtlich einem der TeilnehmerInnen in der Hektik des Polizeiübergriffs verloren gegangen ist. Falls jemand den Schlüssel vermisst, einfach über das Kontaktforrmular melden, wir stellen den Kontakt zum Finder her.

Flugblatt vom 18.04.09

Weg mit dem Nazi-Laden „Oseberg“!

Am 3. April 2009 wurde in der Essener Innenstadt (Viehofer Straße 20) das Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ eröffnet. Betreiber des „Oseberg“ ist die Brandenburgische Firma MediaTex GmbH, die ausschließlich Kleidung der extrem rechten Marke „Thor Steinar“ vertreibt. Zahlreiche Mitarbeiter der Firma sind selbst in der Neonazi-Szene aktiv. Auch der Verfassungsschutz des Landes Brandenburg bestätigt die Verflechtungen von „Thor Steinar“ und MediaTex mit der rechten Szene:

Bekleidungsstücke von „Thor Steinar“ bedienen in Farbgebung und Schriftzügen eine als völkisch verstandene Symbolik. Die gotischen Lettern werden von der Kundschaft mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht. Inhaltlich nehmen die Schriftzüge Bezug auf vorchristlichen Germanen-Kult und eine glorifizierende Sicht der Wehrmacht.

(Quelle: www.verfassungsschutz.brandenburg.de)

Der letzte Versuch, im Ruhrgebiet Artikel der Marke Thor Steinar zu verkaufen, scheiterte in Dortmund. Dort konnte durch massive Proteste im Sommer 2007 die Schließung eines ähnlichen Geschäftes erzwungen werden. Und auch in Essen werden wir die Existenz von Nazi-Läden nicht widerspruchslos hinnehmen.

Weitere Informationen zur Marke „Thor Steinar“, zum Nazi-Laden „Oseberg“ und zu den Protesten gegen das Geschäft finden Sie im Internet unter www.buendnis-gegen-oseberg.de.vu

Für alle Interessierten wird in den kommenden Tagen auf der Website des Bündnisses der Termin einer geplanten Informationsveranstaltung zu finden sein.

Unsere Forderung lautet: Weg mit dem Nazi-Laden „Oseberg“!

Über uns

Das „Bündnis gegen Oseberg“ hat sich im April 2009 gegründet, um gemeinsam die Aktivitäten gegen das rechte Modegeschäft zu koordinieren und auf seine baldige Schließung hin zu arbeiten. In unserem Zusammenschluss sind zahlreiche linke und zivilgesellschaftliche Initiativen organisiert, die sich aktiv gegen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus engagieren wollen.

Zu erreichen sind wir unter der Adresse
buendnis-gegen-oseberg(ät)gmx.de